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Preise für fossile Brennstoffe

3 April
Preise für fossile Brennstoffe

CO₂-Preisschock 2027: Preise für fossile Brennstoffe steigen erneut

Ab dem Jahr 2027 steht ein tiefgreifender Wandel in der CO₂-Bepreisung bevor, der insbesondere für Immobilienbesitzer und Käufer finanzielle Auswirkungen mit sich bringen dürfte. Grund dafür ist die geplante Integration des nationalen Emissionshandels in das europäische System (EU-ETS II), wodurch die Preise für fossile Brennstoffe wie Öl und Gas spürbar ansteigen könnten.

Gebäudesektor im Fokus: Preise für fossile Brennstoffe steigen

Seit 2021 wird der Ausstoß von CO₂ in Deutschland mit einem Preis versehen. Begonnen hat die Bepreisung bei 25 Euro pro Tonne, aktuell liegt sie bei 55 Euro. Für 2026 ist ein Preiskorridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne vorgesehen. Mit dem Wechsel in das europäische Handelssystem ab 2027 könnten die Preise jedoch noch stärker steigen – insbesondere, weil dann nicht mehr nationale Preisdeckel gelten.

Auch der Gebäudesektor ist von dieser Ausweitung betroffen. Heizkosten für fossile Brennstoffe wie Heizöl und Erdgas werden deutlich zunehmen – ein Umstand, der gerade für Eigentümer älterer Immobilien mit fossilen Heizsystemen eine echte Herausforderung darstellen könnte.

Was ist mit dem Klimageld?

Um die steigenden Kosten sozial abzufedern, wurde bereits im Koalitionsvertrag der Ampelregierung ein sogenanntes Klimageld angekündigt. Die Idee: Bürgerinnen und Bürger sollen einen finanziellen Ausgleich erhalten, um die Mehrbelastung durch die CO₂-Bepreisung abzumildern.

Bislang ist dieses Klimageld jedoch nicht eingeführt worden. Zwar fließen die Einnahmen aus dem Emissionshandel – allein 2025 sind das etwa 11 Milliarden Euro – in den Klima- und Transformationsfonds der Bundesregierung. Aus diesem werden unter anderem Projekte zur Energiewende finanziert. Eine direkte Rückerstattung an Haushalte gibt es aber noch nicht.

Klimageld

Klimasozialplan: Gelder aus Brüssel abrufen

Baden-Württemberg fordert nun von der Bundesregierung, EU-Mittel in Höhe von 5,3 Milliarden Euro zu beantragen, um besonders betroffene Haushalte gezielt zu unterstützen. Die Frist zur Beantragung dieser Mittel läuft bereits Ende Juni 2025 ab – ein schnelles Handeln ist daher erforderlich.

Auch auf der Verkehrsministerkonferenz wurde ein entsprechender Antrag eingebracht, mit dem Ziel, eine einheitliche Forderung der Länder an den Bund zu richten. Denn nur wenn diese Mittel gesichert werden, könnten Härtefälle sozial abgefedert werden.

Studien zeigen: Akzeptanz hängt vom Ausgleich ab

Eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) unterstreicht die Bedeutung eines wirksamen Ausgleichsmechanismus. Demnach würde etwa die Hälfte der Befragten einen CO₂-Preis von 45 Euro pro Tonne akzeptieren – sofern 80 % der Einnahmen als Klimageld an die Bevölkerung zurückfließen. Bei einem Preis von 200 Euro läge die Zustimmung immerhin noch bei vier von zehn Befragten. Gleichzeitig lehnt fast die Hälfte der Bevölkerung eine CO₂-Bepreisung grundsätzlich ab – hauptsächlich aus Sorge vor einer zu hohen finanziellen Belastung.

Fossile Brennstoffe

Ausblick: Entscheidung erst nach der Bundestagswahl?

Der Bundesrat hat die Bundesregierung bereits im März 2024 aufgefordert, noch im selben Jahr die Voraussetzungen für die Auszahlung des Klimageldes zu schaffen. Ziel ist eine automatisierte Auszahlung durch den Bund ab 2025. Doch laut einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken soll erst in der nächsten Legislaturperiode über die konkrete Ausgestaltung des Klimageldes entschieden werden.

Für Eigentümer und Kaufinteressenten bedeutet die Entwicklung vor allem eines: rechtzeitig vorsorgen. Wer jetzt in energetische Sanierungen investiert oder über einen Heizungstausch nachdenkt, kann sich vor künftigen Mehrkosten schützen – und möglicherweise von Förderprogrammen profitieren. Wie genau die Politik den sozialen Ausgleich gestaltet, bleibt zwar vorerst offen. Klar ist jedoch: Die Zeit drängt.

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