Im September 2024 startete das Förderprogramm „Jung kauft Alt“, das gezielt junge Familien beim Erwerb und der Sanierung älterer Immobilien unterstützen sollte. Trotz einer bereitgestellten Fördersumme von 350 Millionen Euro in Form zinsvergünstigter KfW-Kredite wurden bis Ende des Jahres nur 223 Förderzusagen erteilt. Dieses geringe Interesse wirft Fragen auf. Warum wird die Förderung kaum genutzt, und welche Hürden stehen Kaufinteressierten im Weg?
Ein wesentlicher Kritikpunkt am Förderprogramm „Jung kauft Alt“ ist der bürokratische Aufwand, der mit der Beantragung des Förderprogramms verbunden ist. Die Anforderungen an den Nachweis der Förderfähigkeit, insbesondere hinsichtlich der notwendigen Sanierungsmaßnahmen, sind hoch. Viele Interessenten berichten von langen Bearbeitungszeiten und unklaren Vorgaben, was zu Unsicherheiten und letztlich zur Abschreckung führt. Welche Herausforderungen müssen Immobilieninteressenten bedenken:
Wenn Sie an dem Förderprogramm interessiert sind, sollten Sie sich frühzeitig mit den Anforderungen auseinandersetzen. Energieberater oder Architekten können helfen, die Förderfähigkeit der Immobilie besser einzuschätzen. Zudem lohnt es sich, bereits vor der Antragstellung Kontakt mit der Förderstelle aufzunehmen, um sich über spezifische Anforderungen und mögliche Erleichterungen im Verfahren zu informieren.
Zwar bietet das Förderprogramm finanzielle Anreize, eine ältere Immobilie zu erwerben, doch die tatsächlichen Kosten für die Sanierung älterer Immobilien übersteigen häufig die erwarteten Beträge. Die steigenden Bau- und Handwerkerpreise machen es für viele Familien schwer, ein realistisches Budget zu kalkulieren. Bei Antragsstellung sollten Sie also auch diesen Aspekt unbedingt berücksichtigen.
Ein weiteres Hindernis ist die Verfügbarkeit von geeigneten Objekten in attraktiven Lagen. Viele der förderfähigen Altbauten befinden sich in strukturschwachen Regionen, die für junge Familien weniger interessant sind. Der Wunsch nach guter Infrastruktur, Arbeitsplätzen und Schulen macht Neubauten in stadtnahen Gebieten oft attraktiver als sanierungsbedürftige Bestandsimmobilien auf dem Land.
Tipp: Wer bereit ist, Kompromisse einzugehen, kann sich gezielt nach Regionen umsehen, die zwar ländlich gelegen, aber mit guter Verkehrsanbindung ausgestattet sind. Zudem gibt es in manchen Gemeinden zusätzliche Förderungen oder Steuererleichterungen.
Obwohl das Programm eine sinnvolle Maßnahme darstellt, scheint es an ausreichender Kommunikation zu mangeln. Vielleicht haben auch Sie schon über einen Antrag nachgedacht, um eine ältere Immobilie zu kaufen. Doch oftmals weiß man als zukünftiger Hausbesitzer nicht, wie man Hilfe bekommt. Oder wie der Antrag gestellt wird.
Wo kann man das Förderprogramm „Jung kauf Alt“ beantragen? Um dieses spezielle Förderprogramm zu beantragen, gehen Sie bitte so vor:
Das Förderprogramm „Jung kauft Alt“ hat grundsätzlich Potenzial, Ihnen als junge Familien den Immobilienkauf zu erleichtern. Gleichzeitig fördert dieses Programm den Erhalt der alten Bausubstanz. Bürokratische Hürden, hohe Sanierungskosten und fehlende attraktive Immobilienstandorte mindern jedoch das Interesse an dem Förderprogramm. Eine Vereinfachung der Antragstellung, ergänzende finanzielle Anreize und eine verbesserte Kommunikation könnten dazu beitragen, das Interesse am Programm zu steigern.
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