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Die Akteulle CO2-Preiserhöhung ab 2025

19 Februar
Die Akteulle CO2-Preiserhöhung ab 2025

Die Kosten für das Heizen steigen drastisch. Mit der Reform des Emissionshandels und der geplanten Erhöhung der CO2-Bepreisung wird das Wohnen für viele Menschen teurer. Doch was bedeutet die CO2-Preiserhöhung konkret für Sie als Immobilienbesitzer oder Mieter? Und gibt es Alternativen zur reinen Marktlösung, die soziale Schieflagen verhindern können?

CO2-Preiserhöhung

CO2-Preiserhöhung – Warum steigen die Heizkosten?

Durch die neuen EU-Vorgaben wird der CO2-Preis in Deutschland weiter steigen. Der Bundestag hat kürzlich das TEHG-Europarechtsanpassungsgesetz 2024 verabschiedet, das den deutschen Emissionshandel anpasst. Das Ziel: Eine drastische Reduzierung der Treibhausgasemissionen. Kritiker befürchten jedoch, dass diese Strategie Heizen für viele unerschwinglich macht.

Laut einer Studie wäre ein CO2-Preis von 524 Euro pro Tonne notwendig, um die gleichen Emissionsminderungen zu erreichen wie durch das Heizungsgesetz. Das würde den Gaspreis verdoppeln. Ein Haushalt mit bisherigen Heizkosten von 1.000 Euro jährlich müsste mit fast 900 Euro zusätzlichen Kosten rechnen.

Auswirkungen für Immobilienbesitzer

Hauseigentümer stehen vor hohen Investitionskosten. Wer noch eine alte Gas- oder Ölheizung besitzt, wird stark belastet. Eine energetische Sanierung kann helfen, aber sie ist teuer und lohnt sich oft erst langfristig. Staatliche Förderprogramme und günstige Kredite können die finanzielle Last jedoch reduzieren. Zudem können moderne Heizsysteme langfristig die Energiekosten senken und den Wert der Immobilie steigern.Eigentümer könnten versucht sein, steigende Kosten auf die Mieter umzulegen. Doch hier sind gesetzliche Hürden zu beachten. Energetische Modernisierungen dürfen teilweise auf die Miete umgelegt werden, aber nicht in unbegrenzter Höhe. Eine transparente Kommunikation mit den Mietern über geplante Maßnahmen und mögliche Kostensteigerungen kann dabei helfen, Akzeptanz zu schaffen. Alternativ könnten Eigentümer langfristige Mietverträge mit moderaten Erhöhungen anbieten, um die Kosten fair zu verteilen.

Folgen der CO2-Preiserhöhung für Mieter

Mieter haben wenig Einfluss auf die Heiztechnik des Hauses. Sie sind auf die Entscheidungen ihres Vermieters angewiesen. Die steigenden Heizkosten treffen besonders Haushalte mit niedrigerem Einkommen hart. Um Kosten zu reduzieren, sollten Mieter prüfen, ob sie durch optimiertes Heizverhalten oder kleinere Modernisierungen, wie Dichtungen an Fenstern und Türen, ihren Energieverbrauch senken können. Zudem kann der Wechsel zu einem günstigeren Energieversorger Einsparungen ermöglichen. Wer eine neue Wohnung sucht, sollte verstärkt auf die Energieeffizienz des Gebäudes achten. Wohngebäude mit Effizienzklasse G oder schlechter bedeuten hohe Heizkosten. Ein Umzug in ein energieeffizientes Haus kann langfristig günstiger sein. Es lohnt sich, gezielt nach Vermietern zu suchen, die in moderne Heiztechnik und Dämmung investiert haben. Zudem gibt es Förderprogramme für Mieter, die kleine energiesparende Maßnahmen in ihrer Wohnung umsetzen möchten, wie smarte Thermostate oder effizientere Heizkörperventile.

CO2-Preiserhöhung

Gibt es eine Alternative?

Anstatt sich allein auf die Marktlösung zu verlassen, empfehlen Experten eine soziale Wärmewende. Dazu gehören:

  • Gezielte Förderungen für Haushalte mit geringem Einkommen, damit diese sich moderne Heizsysteme und energetische Sanierungen leisten können.
  • Soziales Leasing für Wärmepumpen, um den Umstieg auf klimafreundliche Heizungen finanzierbar zu machen. Dieses Modell könnte neben der Anschaffung auch Wartung und Instandhaltung umfassen, sodass langfristige Einsparungen möglich sind.
  • Unterstützung für Sanierungen durch staatliche Zuschüsse und zinsgünstige Kredite, die besonders für ältere Gebäude sinnvoll sind. Eine Kombination aus direkter Förderung und Steuererleichterungen könnte die Modernisierung attraktiver machen.
  • Anreize für Vermieter, energieeffiziente Heizsysteme einzubauen, etwa durch erhöhte Abschreibungsraten, steuerliche Vorteile oder Mietmodelle, bei denen sich Investitionen über langfristige Mietverträge refinanzieren lassen.
  • Kommunale Projekte für eine nachhaltige Wärmeversorgung, beispielsweise durch Fernwärme- und Nahwärmenetze, die mit regenerativen Energien betrieben werden und von Mietern und Eigentümern gleichermaßen genutzt werden können.
  • Mieterfreundliche Regelungen, damit energetische Sanierungen nicht nur auf Kosten der Mieter erfolgen. Dies könnte durch eine faire Verteilung von Modernisierungskosten und klar definierte Mietpreisobergrenzen gesichert werden.

Was können Sie tun?

Als Immobilienbesitzer sollten Sie sich frühzeitig über staatliche Förderungen für energetische Sanierungen informieren und überlegen, welche Maßnahmen für Ihre Immobilie sinnvoll sind. Der Umstieg auf erneuerbare Energien wie Wärmepumpen kann langfristig Einsparungen bringen. Zudem lohnt es sich, sich mit den Möglichkeiten der Modernisierungsumlage auseinanderzusetzen, um Kosten sinnvoll zu verteilen.

Mieter hingegen sollten gezielt nach Wohnungen mit hoher Energieeffizienz suchen, um langfristig von niedrigeren Heizkosten zu profitieren. Falls das nicht möglich ist, können kleinere Maßnahmen wie smarte Thermostate oder effizientere Heizkörperventile helfen, den Energieverbrauch zu senken. Auch der Wechsel zu einem günstigeren Energieversorger kann finanzielle Entlastung bringen. Zudem sollten Mieter aktiv das Gespräch mit ihren Vermietern suchen und sie auf Möglichkeiten zur Verbesserung der Energieeffizienz hinweisen.

Die steigenden CO2-Preise machen das Heizen teurer, doch durch kluge Entscheidungen und eine soziale Wärmewende können Kostensteigerungen abgefedert und der Klimaschutz vorangebracht werden.

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